FAQ

Woher nimmst du deine Ideen/Inspiration?

Ideen liegen auf der Straße. Sie wehen mich an. Sie überfallen mich, wenn ich im Café sitze, auf die Straße hinausschaue und den Menschen zusehe. Oder wenn im Zug die Landschaft an mir vorbeizieht. Ideen sitzen in den Baumkronen des Waldes und fallen auf mich hinunter, wenn ich wandere. Sie sind in den Himmel gemalt, als Wolkengebilde, sie schäumen im Meer und werden an den Strand gespült, um dort aufgesammelt zu werden.
Die Inspiration umgibt uns. Man muss sie nur sehen, das bestimmte Auge schärfen, das sie wahrnimmt. Und nie den Stift vergessen.

Woher kommt dein Interesse für historische Stoffe?

Geschichte hat mich schon immer interessiert. Mesopotamien, die alten Ägypter, die Römer, die Kelten – einfach alles. Später kam noch das Mittelalter hinzu. Wenn ich in Museen Skelette oder Moorleichen gesehen habe, habe ich mich immer gefragt, wie dieser Mensch wohl gelebt hat.
Was hat er gesehen? Woran hat er geglaubt? Wie klang seine Sprache, wie die Musik, die er gehört hat? Wie sah er aus?
Genau das kann man in historischen Romanen zeigen. Man kann alte Welten wieder auferstehen lassen. Ich recherchiere und entwerfe ein Bild, wie es höchstwahrscheinlich war. Bette eine fiktive Geschichte in den geschichtlichen Rahmen ein. Der historische Roman ist ein wunderbares Feld für Phantasie. In den Kopf eines Renaissance-Tyrannen kriechen, seine Gedanken erahnen, oder einen mittelalterlichen König in eine Kölner Schenke gehen lassen – das kann man nur hier.

Wie recherchierst du?

Wenn ich mich neu in eine vergangene Zeit einarbeite, trage ich zunächst alles zusammen, was mit dieser Zeit zu tun hat. Ich beginne im Internet, finde aber auch einiges in anderen Medien: Fernsehen, Zeitungen, Zeitschriften usw. Dann folgt der Besuch in der Stadtbücherei, wo ich mir die meisten Fachbücher über das Fernleihsystem besorge. Ich besuche spezielle Bibliotheken (z.B. für meinen jetzigen Roman das Dombau-Archiv), Museen, Ausstellungen, nutze gerne auch den Rat von Fachleuten, z.B. Historikern.
Es ist mir sehr wichtig, an die Orte meiner Romanhandlungen zu reisen. Ich muss wissen, wie die Landschaft aussieht, was wächst, wo die alten Straßen und Wege entlangführten. Bei der Recherche zu „Aelia, die Kämpferin“ sind wir der Via Belgica, einer antiken Heerstraße, von Jülich bis nach Bavay gefolgt. Nur in den örtlichen Museen findet man die speziellen Broschüren, die Modelle einer mittelalterlichen Stadt oder einer Burg, die man braucht, um die Vergangenheit eines Ortes gut darstellen zu können.